Förderung und Würdigung
Ehrenamtlicher Hospizarbeit
in der Metropolregion Rhein-Neckar

Starke Weggefährten: Veranstaltungsreihe „Sterben und Tod in Film, Unterhaltung und Literatur“



21.03.13

Dietmar Hopp Stiftung lädt ehrenamtliche Sterbegleiter ein | Referenten beleuchten unterschiedliche Aspekte zu Sterben und Tod | Kooperation mit den Bildungsinstituten




"Starke Weggefährten", die Aktion der Dietmar Hopp Stiftung zur Förderung und Würdigung des ehrenamtlichen Engagements in der Hospizbewegung der Metropolregion Rhein-Neckar, lädt ehrenamtliche Sterbebegleiter zu einer besonderen Veranstaltungsreihe ein: In drei Veranstaltungen beleuchten namhafte Referenten im Gespräch mit TV-Moderatorin Doro Wiebe-Plutte (u.a. ZDF) das Thema Sterben und Tod im Film, in der Unterhaltung und in der Literatur. Die Veranstaltungsreihe - in Kooperation mit den Bildungsinstituten Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg, Heinrich Pesch Haus Ludwigshafen und Odenwald-Institut Wald-Michelbach - will den Ehrenamtlichen über die fachliche Weiterbildung hinaus interessante Impulse für ihr Ehrenamt bieten und den hospizgruppenübergreifenden Austausch sowie die Vernetzung unterstützen.

 



Die Aktion "Starke Weggefährten" fördert mit Weiterbildungsgutscheinen im Gesamtwert von 500.000 Euro drei Jahre lang die über 1.000 ehrenamtlichen Sterbebegleiter der 39 ambulanten und stationären Hospize der Region. In den drei Partner-Bildungsinstituten aus der Metropolregion Rhein-Neckar können die Gutscheine noch bis Ende 2013 eingelöst werden. Als weiteren Impuls für das Ehrenamt bietet die Dietmar Hopp Stiftung im April 2013 die Veranstaltungsreihe „Sterben und Tod in Film, Unterhaltung und Literatur“ an. Jedem dieser Aspekte ist ein eigener Nachmittag gewidmet, an dem die jeweiligen Referenten im Gespräch mit der Moderatorin Doro Wiebe-Plutte  Inhalte vertiefen und Fragen aus dem Publikum aufgreifen. Im anschließenden Get Together bietet sich die Möglichkeit zur weiteren Diskussion unter den Gästen.

 

Den Auftakt in der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg bilden am 4. April die niederländische Autorin Sophie van der Stap und die RNF-Redakteurin Frauke Hess, die sich aus zwei verschiedenen Blickwinkeln mit dem Thema „Sterben und Tod im Film“ auseinandersetzen. Der aktuelle Film „Heute bin ich blond“ von Regisseur Marc Rothemund basiert auf dem freimütigen und leichtfüßigen Bestseller von Sophie van der Stap über ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer Krebserkrankung. Als man bei der 21-Jährigen Krebs diagnostiziert, möchte sie sich am liebsten verwandeln. Sie erkennt sich selbst nicht wieder - bis sie neun Perücken kauft. Wie Sophie mit ihrer Krankheit fertig wird, ist einzigartig.

 

Frauke Hess nimmt in der RNF-Reportage „Wenn man nur wüsste…“ eine klassische journalistische Beobachterposition ein. Der Film zeigt pietätvoll und einfühlsam die letzten Monate im Leben der schwer krebskranken Bärbel Freund, die sich mit 61 Jahren entschloss, ins Hospiz zu gehen. “Wie geht das, sterben?” ist eine der großen Fragen, die Bärbel Freund stellt - und die sie sich selbst beantwortet. Die Dokumentation folgt ihren Gedanken und Gefühlen auf sehr persönliche Weise.

 

Die Kabarettistin Sabine Schossig-Roevenich und der Referent Heinz Hinse widmen sich dem Aspekt "Humor". Am 11. April sind sie Gäste im Heinrich Pesch Haus Ludwigshafen zum Thema „Sterben und Tod in der Unterhaltung“. Ob mit dem Kabarettprogramm „Meschthild“, das humoristisch auf die Sichtweise einer Hospiz-Putzfrau Bezug nimmt oder die Karikaturen aus dem Buch „Wer bis zuletzt lacht, lacht am besten – Humor am Krankenbett“ – beide zeigen auf, dass Hospiz und Humor sich nicht ausschließen, sondern, dass Lachen sowohl zum Leben als auch zum Sterben gehören kann und darf.

 

Der dritte Nachmittag der Veranstaltungsreihe beschäftigt sich am 18. April im Odenwald-Institut in Wald-Michelbach mit “Sterben und Tod in der Literatur“: Die Autorin Barbara Pachl-Eberhart liest aus ihrem Buch „Vier minus drei – Wie ich nach dem Verlust meiner Familie zu einem neuen Leben fand“. Den ehrenamtlichen Sterbebegleitern wird sie im Gespräch berichten, wie sie nach dem tragischen Verkehrsunfall, bei dem sie ihren Mann und ihre beiden kleinen Kinder verlor, überhaupt den Mut zum Weiterleben finden konnte. Dabei spielen ihre Tätigkeit als Krankenhaus-Clown und die Offenheit, mit der sie sich ihrem Schicksal stellt, eine besondere Rolle.

 

Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Roland Kachler befasst sich ebenfalls aufgrund einer persönlichen Erfahrung mit dem Thema Sterben. Nach dem Unfalltod seines 16-jährigen Sohnes musste er feststellen, dass die vorhandene Trauerliteratur stets den Ansatz des Loslassens wählte, mit dem er selbst nur wenig anfangen konnte. Für ihn gab das den Ausschlag, sein erstes Buch zu verfassen: „Meine Trauer wird dich finden!“ zeigt einen Weg auf, wie der Verstorbene bei den Trauernden bleiben und die Liebe über den Tod hinaus gelebt werden kann.

 

Starke Weggefährten: Veranstaltungsreihe „Sterben und Tod in Film, Unterhaltung und Literatur“

 

Zur Veranstaltungsreihe

 

Akademie für Gesundheitsberufe

 

Heinrich Pesch Haus

 

Odenwald-Institut




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