Förderung und Würdigung
Ehrenamtlicher Hospizarbeit
in der Metropolregion Rhein-Neckar

Monika Jany

 

Monika Jany (Hospizgruppe Buchen) vor der „Hochzeitstorte“ in der Eberstadter Tropfsteinhöhle.

„Unheilbar Kranke wünschen sich vertraute Umgebung“

Es sind Worte, die für sich genommen sehr seltsam klingen. So gar nicht nach einer schönen Märchenerzählung. Doch schon oft hat Monika Jany nach genau diesen letzten Sätzen des berühmten Märchens von Hans Christian Andersen erlebt, dass ein sterbender Mensch ganz ruhig wurde: „Der Morgen des neuen Jahres ging über der kleinen Leiche auf, die mit den Schwefelhölzern, wovon fast ein Schächtelchen verbrannt war, dasaß. ‚Sie hat sich wärmen wollen!’ sagte man. Niemand wusste, was sie Schönes gesehen hatte, in welchem Glanze sie mit der alten Großmutter zur Neujahrsfreude eingegangen war.“ So endet die Erzählung über „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“.

 

Monika Jany ist hauptberuflich Masseurin und Lymphdrainagetherapeutin und seit 1995 ehrenamtliche Sterbebegleiterin bei der Hospizgruppe Buchen, die als Regionalgruppe zur Internationalen Gesellschaft für Sterbebegleitung und Lebensbeistand e.V. (IGSL) gehört. Zu ihrem Engagement hat Monika Jany über ihren Mann gefunden, der als Krankenpfleger arbeitet und schon seit 1994 ehrenamtlich als Sterbebegleiter tätig ist. Aus dem Austausch entwickelte sich der Wunsch, selbst die Qualifizierung zum Sterbebegleiter zu absolvieren und anschließend Menschen in der Situation des nahenden Abschieds beizustehen.

 

Seitdem übernimmt Monika Jany regelmäßig ambulante Sterbebegleitungen, sie trifft die Patienten im Krankenhaus oder in deren Zuhause – manchmal kann das ein Pflegeheim sein, häufig ist es aber die eigene Wohnung.

 

Die meisten dieser schwer kranken Menschen wünschen sich in vertrauter Umgebung und im Beisein nahestehender Menschen sterben zu dürfen. Als Ehrenamtliche in der ambulanten Sterbebegleitung versucht Monika Jany dazu beizutragen, dass sich dieser Wunsch erfüllt. Dies ist nicht immer einfach: Sie erinnert sich an einen krebskranken Mann, dessen Frau mit dem Sterbenden im eigenen Haus überfordert war und auf keinen Fall bei seinem Tod dabei sein wollte. Monika Jany nahm sich nicht nur des Patienten an, sondern führte auch viele intensive Gespräche mit der Ehefrau. Nach drei Wochen Begleitung war sie gerade von einem Treffen nach Hause gekommen, als das Telefon klingelte. „Der Mann war ganz friedlich in den Armen seiner Frau eingeschlafen“, erinnert sich Monika Jany. „Ich habe noch immer Kontakt zu der Frau und obwohl sie sich das anfangs nicht vorstellen konnte, ist sie noch heute dankbar und froh darüber, dass ihr Mann in ihrem Beisein gehen durfte.“ Diese Dankbarkeit empfindet die Sterbegleiterin als großes Geschenk, das sie immer wieder neu zu ihrem Engagement motiviert: „Das kann sich in einer Umarmung, einem Händedruck oder auch nur in einem Blick der Angehörigen ausdrücken. Es ist einfach ein tolles Gefühl, jemandem in einer schweren Zeit geholfen zu haben.“

 

Dafür nimmt Monika Jany auch schwierige Situationen in Kauf, wenn es zum Beispiel den Angehörigen nicht gelingt, mit dem bevorstehenden Abschied umzugehen. Solche Erfahrungen im Umgang mit Abschied und Trauer kosten die Sterbebegleiterin Kraft. Damit die Erlebnisse nicht zur dauerhaften Belastung werden, besucht Monika Jany, wie alle ehrenamtlichen Sterbebegleiter, regelmäßig Gruppen- und Supervisionstreffen und setzt sich mit dem Erlebten auseinander. Außerdem pflegt sie zum Ausgleich kreative Hobbies: Sie bastelt gerne und fertigt Handarbeiten an. Daneben liebt sie ihren Garten als Ort, an dem sie abschalten und die Natur genießen kann.

 

Mit der Kraft, die sie dort schöpft, möchte Monika Jany noch vielen Menschen auf ihrem letzten Weg beistehen und wünscht sich, dafür noch viel lernen zu dürfen. „Ich erfahre bei jeder Begleitung Neues und professionell vermitteltes Fachwissen ist natürlich Gold wert“, berichtet sie. Neben dem Umgang mit dementen Patienten interessiert sich Monika Jany besonders dafür, wie Kinder und Jugendliche dem Tod begegnen.

 

Außerdem wünscht sie sich schon lange mehr zum Thema Fabeln und Märchen zu erfahren: „Dem kleinen Wunder, das ich schon ein paar Mal mit ‚Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern’ erleben durfte, würde ich gern noch öfter begegnen.“